Das Sommerloch im Exklusiv-Interview: Fünf Dinge, die du garantiert nie geahnt hättest*

Alle sprechen davon, aber niemand hat es jemals für nötig gehalten mit ihm zu sprechen – die Rede ist vom Sommerloch. Vier Monate im Jahr arbeiten und den Rest genießen können, da ist sogar der Michi Häupl neidisch, wenn er Dienstagmittag ins Wochenende geht. Aber ist es wirklich so leicht und so wenig Arbeit, das Sommerloch zu sein? 

*Das Sommerloch hat sich zu einem exklusiven Gespräch mit SCHLAWEANA bereit erklärt, unter der Voraussetzung den Titel des Interviews bestimmen zu dürfen. Mae hat das Sommerloch für SCHLAWEANA in der Strandbar Herrmann bei milden Temperaturen von 37 Grad Celsius getroffen.

SCHLAWEANA: Was macht das Sommerloch, wenn gerade nicht Sommer ist?

SOMMERLOCH: Sie werden lachen. Recherchieren! Wenn im Herbst die ersten Blätter fallen, lese ich mich durch alle Internetforen, besuche Ordinationen und blättere durch die Zeitschriften, immer auf der Suche nach Material für den nächsten Sommer. So ein Sommerloch füllt sich ja nicht von selbst.

SCHLAWEANA: Aber gerade jene Nachrichten, die mit Ihnen in Verbindung gebracht werden, sprühen jetzt nicht gerade vor Aktualität oder Relevanz.

SOMMERLOCH: Das glauben Sie! Aber haben Sie schon einmal die Sommergespräche auf ORF angesehen, das sind Spitzenpolitiker:innen die über die großen Themen sprechen, ohne das typische Polit-Hick-Hack.

SCHLAWEANA: Sie sind für die Sommergespräche auf ORF verantwortlich?

SOMMERLOCH: Nein, also eigentlich habe ich nichts damit zu tun. Aber meine Arbeit ist der Nährboden, auf dem der ORF diese Blockbuster-Shows mit Kalibern wie Werner Faymann oder Michael Spindelegger überhaupt erst aufziehen konnte. Das sind mediale Adrenalinspritzen, wenn man so sagen möchte.

SCHLAWEANA: Neigen Sie zur Übertreibung?

SOMMERLOCH: Aber nein! Sehen Sie: Das Sommermärchen, Royal-Traumhochzeiten, Politiker:innen im Superluxus-Urlaub auf Mallorca oder in Monaco, gestählte Politiker-Körper mit vom Wind zerzausten Haaren auf Yachten. Da ist doch was für jede:n Zuseher:in dabei.

SCHLAWEANA: Woher kommt dann Ihr schlechter Ruf?

SOMMERLOCH: Weil die Leute nicht wissen, dass die Skandale, die sie dann im Herbst, Winter und Frühling mund- und ohrgerecht serviert bekommen, im Sommer heranwachsen. Ich meine Ibiza. Wir kennen alle das Ibiza-Video, das war eine der besten journalistischen Produktionen aller Zeiten.

SCHLAWEANA: Hatten Sie da Ihre Hände im Spiel?

SOMMERLOCH: Dazu kann ich leider nichts sagen. Aber ich könnte Ihnen da eine Geschichte von einer ehemaligen KGB-Agentin und einem CIA-Agenten erzählen, die letzte Woche in Russland geheiratet haben. Ich habe auch schon einen Titel für die Geschichte: Liebesgrüße aus Moskau. Wie finden Sie das?

SCHLAWEANA: Das ist schön, aber zurück zu Ihnen. Wie geht es Ihnen damit, beständig als inhaltsleer bezeichnet zu werden?

SOMMERLOCH: Nun gut, dann eben die ernsten Themen. Sie sind kein Sommermensch oder? (Das Sommerloch macht eine kurze Pause, nimmt einen Schluck aus dem Sangria-Becher)

Wissen Sie, es ist nicht leicht. Es macht schon etwas mit mir, aber ich bin da auch nicht alleine. Seit einigen Jahren bin ich Teil einer Selbsthilfegruppe von Individuen, die sich ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sieht.

SCHLAWEANA: Wer ist das beispielsweise?

SOMMERLOCH: Die üblichen Verdächtigen. Parteien. Vereinsfunktionär:innen. Unternehmensvorstände, Lobbyist:innen. Sie sehen, die Treffen sind durchaus gut besucht.

SCHLAWEANA: Vielen Dank für die Einblicke. Wollen Sie uns zum Abschluss noch fünf Dinge nennen, die wir niemals von Ihnen geahnt hätten?

SOMMERLOCH: Sicherlich nicht, recherchieren Sie doch selbst.

SCHLAWEANA: Aber der Titel…

SOMMERLOCH: Ich muss los, der Wolfi hat mir geschrieben. Morgen muss ich ihm das ganze Blattl füllen.

(Das Sommerloch ergreift mit dem Sangria-Becher schlagartig die Flucht)

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